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Bernard Albin Gras

Bernard Albin Gras

Mit der Nummer 531.001 fing alles an. Unter dieser Chiffre bekam der französische Ingenieur Bernard-Albin Gras am 13. Oktober 1921 das Patent für eine Erfindung, die zunächst reichlich unspektakulär erschien: Eine flexible, nach allen Seiten und Achsen bewegliche Leuchte, gedacht vor allem für den Einsatz in Werkhallen, Labors oder für den Schreibtisch im Büro. Das besondere - aus technischer Sicht - war ihre Konstruktion, die vollkommen ohne Schrauben und Schweißverbindungen auskam. 1927 kaufte das Familienunternehmen Ravel Monsieur Gras das Patent ab und schob im großen Stil die Produktion der GRAS Leuchten an. Das bestechend einfache, sehr robuste und ergonomisches Design war eine Innovation und seiner Zeit weit voraus. Und so eroberte sich seinen Platz weit über die ursprünglich gedachten Einsatzfelder hinaus. Eine Variante, die mit einem Gelenk an der Decke befestigt war, hat sogar im Operationssaal des Kreuzfahrtschiffs "Île-de-France" 1927 für das richtige Licht gesorgt.
Auch nach Deutschland schwappte die Gras-Welle und erreichte dort die Bauhaus-Schüler, den Ritterschlag erhielt das Designmeisterwerk aber mit dem Einsatz beim "Architektur-Papst": Le Corbusier höchstpersönlich gehörte zu den größten GRAS-Fans. Er installierte die Leuchten in seinem Büro und integrierte sie in verschiedenste Architektur-Projekte auf der ganzen Welt. Mit großem Respekt sprach Le Corbusier vom "type-objet", ein vollkommen auf seine Funktion reduziertes Objekt. Damit attestierte er GRAS Purismus in Reinkultur.
Der Siegeszug der Leuchten in die Büro- und Wohnwelt der Kreativen und Individualisten war nicht mehr aufzuhalten - und aus Architektur- und Designbüros, außergewöhnlichen Lofts und Wohnungen vor allem in Frankreich und den USA war GRAS seither nicht mehr wegzudenken. Dennoch, nach der Ära Le Corbusier erlebten die Leuchten ersten wieder in den frühen 1980er Jahren ein breites Revival als Design- und Wohnobjekt. Nicht nur Sammler entdeckten die GRAS Varianten wieder, auch die Vertreter eines neuen Purismus und Urbanismus waren für die schlichte Perfektion entflammt. Zu neuen internationalen Weihen verhalf ihr schließlich Philippe Starck, als er 1987 mit der Leuchte das von ihm entworfene Maison Lemoult auf der Insel Saint-Germain möblierte. Die höchste nur mögliche Ehrung erhielt die Grande Dame der Leuchten schließlich 2005. Seither gehört sie zur Design Sammlung im Centre Pompidou in Paris.

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